Weshalb „Fipronil“ und Co. so gefährlich sind

Frühlingszeit heißt wieder Zeckenzeit. Die üblen Plagegeister schlüpfen wieder aus ihren Verstecken und warten auf Büschen und Gräsern auf ihre Wirtstiere. Da die Zecke mittlerweile bei plus 5 grad überlebt, gibt es kaum noch eine Zeit im Jahr, in dieser diese komplett von der Bildfläche verschwindet.

Da die Zecken ja bekanntlich fiese Krankheitsüberträger sind, greifen viele von uns zu sogenannten Spot Ons und Co. um diese abzutöten und vom Hund zu bekommen. Diese sind jedoch weitaus gefährlicher als oftmals angenommen.

Wir wirken Spot ons und Tabletten eigentlich?
Die Wirkungsweise der Spot Ons und Tabletten ist einfach erklärt. Diese enthalten einen bestimmten Wirkstoff, der die Zecke quasi dann abtötet, sofern sie sich im Hund einbeißt.

Die Tabletten und Spot Ons sind daher so beliebt, da man die Zecken nicht mehr auf herkömmliche Art und Weise vom Hund entfernen muss, sondern diese von alleine abfliegt, da sie durch die Inhaltsstoffe dieser Tabletten oder Spot Ons abgetötet werden. Auch weisen diese Mittelchen eine gute Wirkungsdauer auf.

Die Langzeitwirkung von Fipronil (1-3 Monate gegen Flöhe, 1 Monat gegen Zecken) beruht auf der Einlagerung von Fipronil in den Talgdrüsen und der fortwährenden, langsamen Abgabe mit dem Talg auf die Haut. Hier ist Fipronil fest mit dem Fell verhaftet.

Damit die Zecke jedoch abgetötet werden kann, müssen die Wirkstoffe in diesen Tabletten so stark sein, dass eine widerstandsfähige Zecke überhaupt absterben kann. Daher weisen die meisten Tabletten und Spot Ons Nervengifte auf, mit diesen es gelingt, die Zecke bereits nach dem Einbeißen zu töten.

Beim Parasiten gelangt Fipronil als Kontaktgift in das Zentralnervensystem. Dort hemmt es bestimmte Rezeptoren der Zecke. Dadurch können Nervenreize nicht mehr weitergeleitet werden und die Zecke stirbt.

Was macht Spot ons und Co so gefährlich?
Die eingesetzten Wirkstoffe in diesen Tabletten sind u.a. Permethrin, Fluralaner, Sarolaner, Deltamethrin, Tetrachlorvinphos, Dimpylat, Fipronil, Tetramethrin, Transfluthrin, Flumethrin, Afoxolaner. Bei all diesen Wirkstoffen handelt es sich um Nervengifte, also Kontaktgifte, die gegen Zecken, Flöhen, Läusen und auch im Ackerbau als systemisches Pflanzenschutzmittel eingestetzt werden. Gerade Fipronil wird seit über 20 Jahren bedenkenlos in der Tiermedizin eingesetzt.

Vielen Hunden und Katzen wird Fipronil monatlich und sogar prophylaktisch – auf die Haut gesprüht bzw. als Spot On zugemutet. Für Tiere, die der Lebensmittelgewinnung dienen, ist Fipronil als Wirkstoff allerdings verboten!

Der Vierbeiner und das Wirbeltier Hund und Katze selbst sterben natürlich nicht davon, da die Konzentration für sie zu gering ist, jedoch nehmen diese die Wirkstoffe genauso in ihren Organismus auf wie die Zecke selbst.

Welche Nebenwirkungen treten auf?
Die Nebenwirkungen dieser Nervengifte stehen in keinerlei Relation zum eigentlichen Zeckenbiss. So sind neurologische Ausfälle zu beobachten. Ein entstehen von Epilepsie, welches nicht selten durch diese Mittel ausgelöst wird, bis hin zu schweren Leber und Nierenschäden, da der Hund diese Gifte natürlich auch selbst wieder abbauen muss. Auch nicht selten wurden beim Hund oder der Katze selbst Vergiftungserscheinungen beobachtet oder der Giftstoff selbst im Hund wie z.B. im Gehirn und anderen Organen des Tieres abgelagert und nachgewiesen.

Da sich Hund wie Katze natürlich auch Putzen und somit ihr eigenes Fell abschlecken, werden auch hier immer wieder Nebenwirkungen bekannt gegeben, die auch vom Hersteller so deklariert werden wie z.b. vorübergehendes Speicheln des Hundes, vorübergehender Juckreiz oder Haarausfall, reversible neurologische Symptome wie Erbrechen, Atemwegssymptome usw.
Zudem stehen einige dieser Stoffe im Verdacht, krebserregend zu sein.

Die Symptome einer Überdosis mit diesen Nervengiften werden jedoch oftmals unter den Teppich gekehrt, die mit Neurotoxizität mit Krämpfen, Übererregung und Tod einhergehen.

Laut dem Umweltbundesamt Fipronil „giftig beim Einatmen, bei Hautkontakt und Verschlucken und führt zur Schädigung von Organen. Auf Wasserorganismen wirkt Fipronil sehr giftig. Zudem ist Fipronil auch als Gefahrengut (UN-Nummer 2588) eingestuft.“ 

Belegt ist auch, dass Fipronil nur sehr langsam vom Organismus abgebaut werden kann, da es sich einerseits im Fettgewebe des Hundes anreichert und andererseits über den sogenannten enterohepatischen Kreislauf abgebaut werden muss.

Doch was macht man stattdessen?
Es gibt mittlerweile unzählige Antizecken Präparate, welche auf natürlicher Basis wirken und keine Schaden für sich selbst oder den eigenen Hund nehmen.

Das wirksamste Mittel gegen Krankheiten beim Hund durch einen Zeckenbiss ist immer noch, diese so schnell es geht zu entfernen.

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